OUR WEEKLY RECOMMONDATION

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Sincerely, Future Pollution

Timber Timbre

Mit Samthandschuhen werden wir angefasst, berührt von Taylor Kirks’ tiefer und gefühlvoller Stimme. Was einst als sehr folkiges Musik-Projekt begann, wiegt sich nun in Nebelschwaden des Synth-Pops und sexy Gitarrenriffs. Die Melancholie zieht sich wie ein roter Faden durch das Album «Sincerely, Future Pollution» und versetzt einen in eine ruhige, bluesartige Gemütslage. Das Stück «Skin Tone» erinnert an dröge Diskoszenerien aus den 80ern, an eng umschlungene Körper, die sich im violetten Licht schaukeln und im Klang abtauchen. Die bittersüsse Stimmung löst sich schlagartig, wenn die schweren Riffs bei «Sewer Blues» ertönen und der wummernde Bass das Herz erschüttert. Ein sehr schwermütiges Album, dem es durch die feinfühligen Melodien und Texte jedoch gelingt, die lieblichsten Gefühle hervorzulocken. (G)

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Pure Comedy

Father John Misty

Nach seinem 2015 veröffentlichtem Werk «I Love You, Honeybear» folgt nun sein neuestes, bewegendes Werk. Dies stellt er uns hier vor, der US Rockmusiker Joshua Tillman mit den markanten Gesichtszügen und dem Vollbart. Seine Soloalben nach seiner erfolgreichen Zeit mit den Fleet Foxes sind wahrlich ein Muss für jeden Rock-Tiefgänger und Symphatisant für melancholische Musik. Angefangen mit dem ersten Stück analog des Album-Titels hören wir viel Schmerz, Saxophon-Klänge kombiniert mit gekonnten Gitarrenriffs. Der Song «Things It Would Be Helpful To Know Before the Revolution» erinnert stark an die Beatles zurück und bringt ein schönes Stück Nostalgie mit sich. Es gibt einige Stücke, die an Ihren Musikstil erinnern. «Ballad oft he Dying Man» ist tatsächlich eine Ballade, wie sie anders nicht wiedergegeben werden könnte und «Birdie» ist das wohl romantischste Lied für ein Dinner-Date zweier Verliebten. «Leaving LA» erzählt die Geschichte eines gescheiterten Musikers, und den Facetten des Ruhms mit allen Hürden und Bürden. Father John Misty’s gründliche, tiefe Stimme mit den klaren Tönen ist durchaus sehr berührend. Mit «Smoochie» bekommen wir dann einen Hauch mittleren Westen vermittelt. Einnehmend und anspruchsvoll klingt dieser Song, dennoch aber ist seine Message fein und gefühlvoll. «In Twenty Years or So» zeigt einen gekonnten Abschluss zum Album und erläutert wie einfach es sein kann, durch die Zeit gewisse Dinge zu vergessen. Nun, bei diesem Künstler verzichten wir wohl besser auf das Vergessen und hören ihm noch ein paar Jährchen (oder eine Weile) zu. (Livie Fey)

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Ripe Dreams, Pipe Dreams

Cameron Avery

Der Multiinstrumentalist Cameron Avery, den wir bereits als Bassman von Tame Impala kennen, trägt sein Herz gewiss auf der Zunge bei diesem Record und entlockt einem ab und an einen schweren Seufzer. Statt uns wie gewohnt mit poppigem Psych-Rock zu beschenken, greift Avery Solo ganz tief in die Balladen-Kiste. Songwriting-Strukturen von Ikonen der 40er und 50er wie Frank Sinatra oder Etta James verpasst er einen modernen Twist, schreibt ehrliche Lyrics und schwankt zwischen Einsamkeit und grossen Gefühlen. (G)

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The Far Field

Future Islands

Samuel Herrings ausdrucksstarke Stimme motiviert auch beim fünften Studioalbum «The Far Field» erneut zum hemmungslosen Tanz durch Melancholie und Nostalgie. Sagenhaft, wie sich die Band nach jahrelangem Erfolg stets treu zu bleiben schafft und trotzdem originell und erfrischend bleibt. So lauschen wir Hit für Hit und tänzeln Gedankenverloren vor uns hin, bis wir vor Schwermut kurz stolpern. Wie Immer ist das Album mit einem bittersüssen Schmerz verbunden und Future Islands' Synthpop kämpft um einen warmen Platz im Herzen und im Ohr. Und dies sehr erfolgreich. (G)

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Triplicate

Bob Dylan

«A cigarette that bears a lipstick's traces, an airline ticket to romantic places, and still my heart has wings, these foolish things remind me of you», singt Bob Dylan in «These Foolish Things». Man glaubt seinen Worten ohne jeglichen Zweifel. Seine neue Platte «Triplicate» strahlt vor Zufriedenheit und bunten Gefühlen. Erfüllt von Gelassenheit und Liebe erzählt er uns Geschichten des Lebens. Ob verliebt oder trunken vom Wein möchte man sich in den Melodien wiegen und alles rundherum vergessen. Ein Poet seiner Zeit schafft eine Welt, die gleichzeitig sehnsüchtig und hoffnungsvoll erscheint. Die zarteste Melancholie umarmt den Hörer sanft und umhüllt ihn in jazzige Wolken und bluesige Welten. Der schwere Seufzer fällt leichter, wenn man danach erleichtert in sich hineinlauschen kann und all den schönen Dingen Hoffnung schenkt. (G)